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hab ich heute mal im Text einige Ostereier verlinkt...Frohe Ostern!
So, und jetzt zum Text:

Guck mal, nachdem ich eine weitere Charge meiner beliebten Nasskonserve „Noro Goreng“ produziert hatte, war es an der Zeit, mal wieder ein bisken vor die Türe zu gehen.


Das Wetter war davor ja nun auch nicht soooo schön gewesen und weil in der Stadt normalerweise alles nur Concreter Beton ist, wollte ich mal so richtig ins Grüne! Raus aufs Land!
Skeptisch, wegen des Wetters, hab ich dann mal ganz vorsichtig aus dem Fenster gelinst.
Und was ich dann sah, das waren: „Sunshine, Lollipops und Rainbows“

Da bin ich dann mal los.

Endlich Frühling! Der beginnt im Rheinland für gewöhnlich etwas
früher als im Rest der Republik. Das kommt vom ozeanischen Klima.
Und dann hab ich am Stadtrand erstmal ein Foto vom ersten, im Saft stehenden Grün des Jahres gemacht:

(c) eric prieditis
Sonnenblumenfeld

Da hab ich gleich Appetit auf mehr bekommen und hab auch gleich Ausschau nach einem schönen Fleckchen gehalten.

(c) eric prieditis
Und einen Holzwimpel, den hab ich mir an den Lenker gesteckt.

Irgendwo da hinten hatte ich auch was entdeckt. Ich wollte es aber auch nicht übertreiben, mit der körperlichen Anstrengung und darum hab ich mal die Streckenverhältnisse ausgelotet.

(c) eric prieditis

Und dann war die Straße plötzlich zu Ende!
Ja, aber die Welt noch lange nicht! Das hab ich nämlich ganz genau gesehen. Man kann hier am Niederrhein, über die Maulwurfshügel hinweg, bis zu den Offshore-Windrädern der Nordsee gucken, wenn Sie das noch nicht gewusst haben sollten.

(c) eric prieditis
Offshore-Windräder

Soweit wollte ich natürlich gar nicht fahren. Und während ich so hin und her überlegte, ob ich jetzt nach links oder rechts abbiegen sollte, hab ich mir zu meiner ganz persönlichen Freude einen Osterzweig gepflückt.

(c) eric prieditis
Osterzweig

Ach nein, es war gar kein Osterzweig gewesen. Vielmehr hatte mich ein landwirtschaftliches Fahrzeug überholt und dessen Reifen hatten mich mit Schmutz und Steinen beworfen.
Natürlich in voller Absicht!
Der war bestimmt neidisch, weil er nicht so schön radfahren konnte, an diesem herrlichen Frühlingstag! „Start the Commotion, wa?“
rief ich dem Traktor noch hinterher - als es „Klatzonk-Plink“ machte.
Der Trecker-Reifen-Schmutz war wohl schon älter gewesen (der faule Sack!) und ich hab dann gemerkt, das mein Vorderrad auf einmal sonne komische Geräusche machte und dann hab ich gesehen, daß der Schnellspanner offen war und der vermeintliche Osterzweig, das war eine Speiche.

(c) eric prieditis
Osterzweigspeiche (da rechts im Bild, das ist übrigens der Kollege Ventil und nicht etwa eine gebrochene Speiche...)

Das war aber gar nicht weiter schlimm, denn jetzt hatte ich wenigstens Musik auf den Ohren.
Ein rhythmisches „trff-trff-trff“ begleitete mich fortan auf meinem Weg durchs Grün.
Eine einzige Grünanlage war das hier, Freunde!
Für zum Beweis, hab ich auch, nur für euch, ein paar Knospen abgelichtet.

(c) eric prieditis
Knospen

Und dann bin ich immer weiter, dem Horizont entgegen. Weil ich halt so eine unermessliche Freude am schönen
Grün hatte, und mich überhaupt nicht sattsehen konnte daran!
Da war mir dann auch der nicht mehr ganz so ebene Boden gleich ganz egal gewesen. Ich war ja mit dem Rumpelrad unterm Po unterwegs. Quasi.

(c) eric prieditis
„Paris-Roubaix“

Und die heimatliche Scholle war auch bereits bestellt. Von anderen, fleißigeren, landwirtschaftlichen Geräten, als wie dem mit den schmutzigen Reifen! Hunderttausende von Krokanten waren gepflanzt worden und nun war das Ergebnis unbeschreiblich schön!

(c) eric prieditis
Krokusfeld

Da war ich so gerührt, und hatte gar nicht gemerkt, daß ich schon in der Heimat vom „Terrier“ war.
Der Terrier, das muss ich vielleicht sagen, das war mal ein guter Fußballer gewesen. Wenn Sie, geneigter Betrachter, kein Interesse an Fußball haben, dann kann ich noch sagen, daß der „Terrier“ auch Fernsehgeschichte im Tatort geschrieben hat!
Mit dem unvergessenen Satz: „Gebt dem Kaninschen eine Möhre extra!“ darf man den Terrier - wohl mit Recht – als den Vorreiter der sogenannten „Scripted Reality“-Formate im Privatfernsehen bezeichnen.

(c) eric prieditis
Und hinter diesem herrlischen, grünen Wäldschen, da wohnt das Kaninschen – äh – der Terrier, meine ich.

Naja, da wollt ich aber nicht stören und bin wieder zurück. Es war auch mit einem Mal etwas frischer geworden. Bestimmt, weil die in der Neusser Skihalle die Fenster geöffnet hatten.
Ich meine, ich kann das verstehen. Ich hab dafür Verständnis!
Muss man ja mal lüften, wenn die Menschen dort in ihren Engerling-Anzügen im Schnee herumtollen und dann die Achselhöhlen anfangen zu arbeiten und dann immer die Fenster zu... da muss eben mal „der Drache“ raus, wie wir im Feng-Shui sagen.

Aber das es so schlimm war, in Neuss, das hätte ich nicht gedacht.

Zum Glück hatte ich es ja nicht weit bis nach zu Hause und das Ziel lag zum greifen nah.

(c) eric prieditis
Ziel, irgendwo dahinten.

Auf meinem Weg dorthin kam ich auch an einem 24/7-Fahrradreparaturladen vorbei.

Mitten auf dem Land! Jeck! Das sich das für den Inhaber rechnet, bei den heutigen Mieten.

(c) eric prieditis
24 Stunden – Service

Leider hatte er keine Speichen im Angebot. Darüber hab ich mich etwas geärgert. Denn das „trff-trff-trff“ des Vorderrades ging mir mittlerweile doch recht auf den Senkel.
Wäre doch eigentlich kein Problem, oder? Statt eines Schlauchs mal sone Speiche reinzutun. So aufgerollt, zum Beispiel. Eine Marktlücke!
Der Ansprechpartner war aber wohl gerade auf dem Klo. Da hab ich den Ärger kurzerhand hinuntergeschluckt und bin mit einer veritablen Marktlückenidee weiter ge“trff-trff-trff“t.

Das tolle beim Pedalieren ist unter anderem, daß man mal so richtig an andere Dinge denken kann, als wie für gewöhnlich.
Zum Beispiel: „Hunger“ oder „kalte Füße“ aber am Schönsten, das ist der Gedanke: „langsam werden die Beine schwer“
Und weil ich alle drei Gedanken auf einmal hatte, wollte ich die Streckenverhältnisse von „Paris-Roubaix“ wenigstens für die Rückfahrt auslassen. Da hätte ich ja zusätzlich noch aufpassen müssen. Und der Mensch kann sich nur auf drei Dinge gleichzeitig konzentrieren. Das haben amerikanische Wissenschaftler, ich nehme an, von der NASA, bewiesen.

Und es war eine gute Entscheidung! Weil ich anders abbog, kam ich durch das Künstlerdorf Büttgen.

(c) eric prieditis
Büttgen ist vor allem für sein grafisches Werk bekannt.

Hatte ich auch noch Kunst gesehen, zu all dem Grünanlagengrün. Aber der weitere Weg war dann doch eher... naja, wie soll ich das sagen? Vielleicht hat es hier vor kurzem Bodenerosion gegeben oder so. Jedenfalls müssen die an ihrem Fahrradwegenetz noch arbeiten.

(c) eric prieditis
Fahrradweg

Das war wirklich nicht so schön gewesen. Dazu kam dann noch, daß die drei Gedanken „Hunger-kalte Füße-schwere Beine“ sich zu einem regelrechten Mantra entwickelten.
Wenn Sie nicht wissen, was ein Mantra ist, dann gebe ich Ihnen gerne ein Beispiel:

„Hunger-kalte Füße-schwere Beine- Hunger-kalte Füße-schwere Beine- Hunger-kalte Füße-schwere Beine- Hunger-kalte Füße-schwere Beine- Hunger-kalte Füße-schwere Beine-...“

So in etwa. Und dann versuchen Sie mal, an einem Samstag auf dem Land, dazu noch zur Fastenzeit und dann, als Topping, sozusagen, am Karsamstag, ein Café zu finden, welches dann auch noch geöffnet hat und bereit ist, einem etwas zu verkaufen.
Die anständigen Menschen, nicht solche Halodris wie meine Wenigkeit, die sammeln nämlich zu dieser Zeit im Wald nach mit Altöl gegen Feuchtigkeit behandelte Jägerzäune und alte Autoreifen – fürs Osterfeuer.

In Neuss, da hab ich dann eins gefunden. Also, ein Café, kein Osterfeuer.
Magisch angezogen hat es mich. Auch wegen der mindestens 5 verschiedenen Schrifttypen, die es zierte. Das deutet nämlich daraufhin, daß alles selbstgemacht ist.

Die Öffnungszeiten von 7.oo – 2o.oo Uhr und die Idee von Kaffee mit Kuchen ließen mir das Wasser im Munde zusammenlaufen. Und da lief mehr als mit meinen, vielleicht erwähnte ich es bereits in einem Nebensatz, schweren Beinen. Die motivierten sich nämlich gegenseitig, so stellte ich mir das zumindest vor:
„Geh schon!“ - „Du zuerst!“

Und dann lagen da drei traurige belegte Aufback- Langbrötchen. Der Franzose nennt die eigentlich anders, aber das hatten diese Exemplare sich nicht verdient.

(c) eric prieditis
Langbrötchen

Der Kaffee war aber wirklich ok, das muss gesagt werden. Und freundliche Bedienung gabs auch.
War mir aber eigentlich egal. Das, was zählte, das war der Stipp- und Dipp-Keks!

(c) eric prieditis
Stipp- und Dipp-Keks

Mehr Fotos hab ich dann nicht mehr gemacht.
Doch, eines noch...

(c) eric prieditis
Ich bin das Stück dorthin gelaufen.

Und das nächste Mal, da trink ich dann Appel-Cidre! So!




Ist er nicht toll, der Frühling? Der Winter endlich besiegt, die Winterkleidung beiseite gelegt. Die frisch gepflügten Ackerkrumen duften, das Farbenmeer der Blüten und Blätter hat längst das triste graubraun verdrängt. Den Pausenkaffee in der Hand sitzt man draußen in der Sonne und freut sich auf weitere Stunden Fahrt in den milden Lüften, die nicht mehr so unangenehm die Lunge reizen. Wenn ich mir jetzt vor Augen halte, dass es in zwei Wochen hier auch so toll aussieht wie am Rhein, da geht mir das Herz auf.

Ach, Brauns Mühle, eines meiner ersten hiesigen Ausflugsziele mit dem Rad. Manchmal gibts da auch Kaffee und Kuchen, aber oft genug auch nicht.

Naja, diesmal war wohl das Osterfeuer wichtiger ;o)

niemehrohne;-)

VIER Euro?!?

Auf dem Land kostet der Schlauch 6 Euro. Ja gut, der Laster muss die drei Schläuche einzelnen aus Hannover liefern, das kostet...