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"Unser Land braucht die bedingungslose Hochschulreife"

So, so, da hat sie ihren Lebenslauf geschönt, die Frau Petra Hinz, pensionsberechtigte Bundestagsabgeordnete a.D. von der SPD.
Und zwar nicht so, dass sie Zeiten der Beschäftigungslosigkeit als "Wanderjahre" bezeichnet hätte. Nein, einfach Schulabschluß und Studium und Examen frei erfunden. Jeck!

Was muss die arme Frau Hinz gelitten haben, immer mit der Angst der Entdeckung zu leben. Man stelle sich nur vor, da hätte einer mal gesagt:
"Frau Hinz, Du musst so und so abstimmen! Vonwegen der Fraktionsdisziplin! Und vonwegen... na, Du weißt schon warum..."

Aber eigentlich ist es ein schönes Beispiel, dass auch Bildungsferne, wie Frau Hinz, ohne Abitur in der SPD Karriere machen können. Und ein geradezu feministischer Akt ist es ohnehin. Denn für ihre Karriere musste sie lediglich den Lebenslauf frisieren - andere müssen sich hochschlafen.




Und das bei der Arbeiterpartei!

Es ist die Hasenpartei!
Die heißen alle Hase.
"Echt? Also, mein Name ist Hase, ich weiß von nichts!"

Die "Arbeiterpartei" hat uns ja in den vergangenen Jahren so manches Mal mit Kapriolen unterhalten.
Da war doch zum Beispiel dieser temperamentvolle...äh... Arbeiter der Liebe, wie hieß denn der nochmal...
achja, Özisik, oder so.
Oder der, äh... "Chemikant" Hartmann.
Oder, oder, oder. Da muss man gar nicht so tief graben, um in der Grube fündig zu werden.

Im fragllichen Fall handelt es sich um eines der berühmten NRW-Abiture, hab ich recht? (Schnell duck und weg.)
Das ist recht witzig. Hätte sie damals einen schwäbischen Realschüler dafür bezahlt, ihr das 1x1 beizubringen, oder den übergesiedelten Sohn eines sächsischen Bauern mit achte-Klasse-Abschluss an ihrer Seite gehabt, hätte sie das bisschen Abitur auf einer Backe abgesessen.
Disclaimer: Die Frau hat allem Anschein nach Fachabitur, aber keine allgemeine Hochschulreife und aus unbekanntem Grund keinen Doktor der Philosophie.

Tja, der Konjunktiv hilft jetzt natürlich nicht weiter.

Ich warte auf die umgekehrten Skandale: Hochrangiger Vertreter der Arbeiterpartei fälscht sich proletarischen Lebenslauf. Adeliges Mitglied einer Bankiersdynastie: Früher haben wir den Kitt aus den Fenstern gefressen!

Eine großartige Vorstellung! Allerdings ist da die Fallhöhe ja nicht so hoch, wie bei den Opfern der Neiddebatte.
Also, Frau Hinz und Jürgen Emig.
Aber das wird noch kommen! Da beweisen Sie wirklichen Weitblick!
Ich sehe schon die Schlagzeilen...
"Quotenfrau Unternehmenskapitänin ist Vater von 4 Kindern!"
"Beichte: Ich bekam den leitenden Posten wegen des Minderheitenschutzgesetzes nur, weil ich mir morgens Schuhcreme ins Gesicht..." (Wie weiland Wallraff)
Oder so ähnlich.

Aus nämlichem Grund mag sich Herr Brecht, ein Autor aus Augsburg, was eine Stadt in Bayern, einer Gegend in Deutschland, ist, das sich unweit von Frankreich, der Hauptstadt von Paris, findet, beim besten Hutmacher eine echte Proletenmütze aus Flicken bestellt und später eifrig getragen haben. Meine Oma war dabei, als sie es im Theaterführer las, und deswegen hat sie es mir erzählt.

Ihr Menschen neigt ja zu nostalgischer Verklärung der Vergangenheit ("Früher...besser", etc.). Daher sind Augenzeugenberichte nicht immer die verlässlichsten Quellen.