(c) - POP SKURRILIST - ( Täglich ein Kunstwerk, außer Sonntag! Warum? Weil ich schlecht schlafe...)
Donnerstag, 2. April 2015
In und von Bayern 14.02.2015

Prolog: Ich weiß ja nicht, wie weit sich das herum gesprochen hat. Die elektronische Datenverarbeitungsmaschine ist defekt. Ich bringe die bestimmt auch bald mal zum technischen Kundendienst. Die Frage ist allerdings: Ja, wann denn?
Darum jetzt ein Bericht, mühsam mit der Tastatur des Telephons... einmal drücken für „a“, zweimal drücken für „b“...

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In der Nähe von München gibt es u.a. einen See. Das Westufer gehört in Bayern, das Ostufer von Bayern.

Das muss ich erklären. Es gibt zwei Eigentümerfamilien. Alles Cousins.
Die einen heissen Herzöge in Bayern, das ist der Teil der Familie, der, um an Geld zu kommen, seine Töchter ins Ausland verkaufen musste. Sissy, zum Beispiel. Kennen Sie aus dem Kino.

Die anderen, das waren auch Herzöge. Herzöge von Bayern. Später waren das Könige, und mussten, um zu Geld zu kommen, ihre Krone an die Preußen verkaufen.
Herzöge um Bayern gab es keine. Also, vom Namen her.

Früher hieß der See Würmsee. Reiche Männer aus München, die denen in und von Bayern Geld brachten, haben dann das Gewürm der Landbevölkerung vertrieben, denn die brauchten ja Platz um im Glanze der Sonne in und von Bayerns zu glänzen, und dem See einen neuen Namen gegeben. Starnberger See. Das fand ich spannend! Und da bin ich dann mal von in nach in von Bayern...

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Das geliehene Rad. „Ich brauch das aber in drei Stunden zurück!“, hieß es. Ob er denn den Lenker tiefer stellen könnte, fragte ich. „Naaaaa, hob i Schraubensicherung...“
Den Rest hörte ich schon nicht mehr, während ich mir für die nächsten drei Stunden vorkommen sollte, als hielte ich mit ausgestreckten Armen einen Besenstiel vor meiner Brust.

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Die Radwege auf der Seeseite in Bayern. Welche Radwege? Nächste Frage...

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In Starnberg, kwasi der Grenzposten zwischen in und von Bayern. Miete: € 19,-/m² kalt. Das ist ulkig, denn da haben die rund um den See ganz tolle Spitäler, aber leider kein Pflegepersonal, weil dieses sich eben keine Wohnung dort leisten kann. Das Lauchgewürm...
Dafür fährt dann am Wochenende der ICE und karrt das Personal aus den günstigeren Regionen, z.B. Hamburg, an.

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Das mit den hohen Mieten und Lebenshaltungskosten führt natürlich zu großer Verzweiflung. Aber weil in und von Bayern die Uhren anders gehen, ist das Springen von Brücken unter Strafe gestellt.
Allerdings sind und bleiben Spiel Mietschulden Ehrenschulden.

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Auf der Seeseite von Bayern ist das Wegenetz für Radfahrer ganz hervorragend ausgebaut.
Das gibt einem die gute Gelegenheit, das Auge schweifen zu lassen. Hier gibt es nämlich

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Gegend.

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Ganz schön viel Gegend!
Zum Glück bin ich ein großer Freund von Gegend. Ich hätte bestimmt auch mehr gesehen, von der schönen Gegend, wenn dieser blöde Besenstiel von Lenker mir nicht die Sicht behindert hätte...

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Irgendwann fand der hintere Schluppen keinen Grip mehr. Da bin ich zu Fuß die letzten 50 Meter zum

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Bismarckturm Assenhausen.
Preußischer Markstein, direkt vor den Toren der verkauften Krone von Bayern. Klar, dass es da Animositäten gibt, zwischen Bayern und Preußen (Letzteres, das sind alle Anderen, aus Sicht von und in Bayern).
Stellen Sie sich nur vor, da hätte Ihnen jemand ein Windrad vor die Tür gestellt! Da wären Sie auch blöd am gucken. Oder, schlimmer noch, der Nachbar schneidet an Ihrer Hecke herum (auf seiner Seite, weil Sie da schon seit Jahren nicht mehr hingehen, weil der so unausstehlich ist). Sehn´se?

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Der Wandelgang. Der geht einmal um den Turm rum. Weil die aber irgendwie von allen Seiten gleich aussieht, hab ich nur ein Foto gemacht. Vonwegen dem Eindruck.
Vielleicht treffen sich ja hier ab und an Verliebte aus in und von Bayern. Heimlich. Gegen das Gesetz.

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Gegend gucken I

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Bethoven (sic!) wurde hier geehrt. Bestimmt hat man den mit Wagner verwechselt. Wagner hat ja auch nur ein „e“, da liegt das nahe.


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Gegend gucken II

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Der Aufgang. Diese Handvoll Stufen war einer der gefährlichsten Abschnitte, da völlig vereist.

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Echte Ritter gabs auch. Ich hab dem noch hinterher gerufen, dass der Wandelgang offen sei. Wollte er aber nix von wissen.

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Insuffizientes Schuhwerk, mit dem ich die Rückreise antrat, die Zeit drängte.

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Zurück in Starnberg, wo man in Saus und Braus lebt.

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Wieder in Bayern, eine imposante Kurve rund um Sissy´s Possenhofen (kennen Sie aus dem Kino).

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Andechs, glaub ich.


Epilog:
Der See muss mal wesentlich kleiner gewesen sein und hat sich im Laufe der Jahre vergrößert.
An einer Stelle kann man sehen, dass ein Dorf vom See überflutet wurde. Da ragt nämlich, ganz in der Nähe des Ufers, ein Kreuz aus dem Wasser. Vermutlich die Überreste einer überschwemmten Kirchenspitze.
Dabei kam auch ein Mensch ums Leben. Die Frankfurter Rundschau berichtete mal darüber:
http://www.fr-online.de/reise/koenig-ludwig-ii--tod-im-starnberger-see,1472792,8470644.html